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DER VEREIN |
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Wie alles anfing
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BSV Westfalia von 1947 in Leeden und Ledde e.V.
Nach dem Kriege trafen sich sportbegeisterte junge Menschen auf einem Abhang der Margarethenegge. Der damalige Lehrer Heinz Damberg, nach Loose versetzt, förderte diese Aktivitäten. Schwerpunkte waren "Handball" und "Fußball". Wer aber regulär spielen wollte, mußte sich einem Nachbarverein anschließen. Daher strebten Heinz Damberg, Walter Stephan, Heinz Tiemann (Semmelmeier), Heinz Lücke, Willi Olthoff u.a. eine Vereinsgründung an. Voraussetzung hierfür waren die Zustimmung der britischen Militärregierung, die Entnazifizierung, ein Finanzierungsplan, öffentliche (fehlende) Geldmittel und der Nachweis eines normgerechten Sportplatzes. Da damals jeder Quadratmeter Boden landwirtschaftlich genutzt werden mußte, zeigte sich zunächst keine Lösung, bis dann kurzfristig der Nachbarschaftsverein "Niedermark Natrup Hagen" sein Einverständnis zur Mitbenutzung seines Sportplatzes gab.
In der Gründungsversammlung am 7. Juli 1947 mit ca. 40 Teilnehmern wurden die Satzung und der Finanzierungsplan incl. Mitgliedsbeiträge beschlossen und der Vorstand - erster Vorsitzender Heinz Damberg gewählt. Als Vereinsnamen bestimmten die neuen Mitglieder "Ballsportverein Westfalia Leeden". Die Gründungsfeier mit Beteiligung vieler Dorfbewohner fand im September 1947 bei Antrup statt. Bei der ersten Generalversammlung im Januar 1948 zählte der Verein 106 Mitglieder, davon 28 Frauen, 48 Männer und 30 Jugendliche. Für die Neuanschaffung von Sportkleidung und -geraten sowie für die Finanzierung der Betriebskosten reichten die relativ wertlosen Reichsmark-Mittel nicht aus. Idealismus, Beziehungen zu Wohltätern und die Kompensierung mit gespendeten Naturalien (Butter, Speck, Eier etc.) lösten das Problem.
Mit Beginn des Spieljahres 1947/48 konnten zwei Senioren-Fußballmannschaften an den Meisterschaftsspielen der II. bzw. III. Kreisklasse teilnehmen. Junge Damen trieben bis 1954 Handballsport. Mit vollgummibereiften Rädern oder zu Fuß gelangten Spieler und Zuschauer zum Sportplatz in Natrup-Hagen, wo die Heimspiele ausgetragen wurden. Als zusätzliches Gepäck nahmen die Aktiven eine Schaufel mit, um den Platz des Nachbarvereins "Niedermark" nach dem Spiel wieder in Ordnung zu bringen. Zu den auswärtigen Spielen fuhr man mit Fahrrädern oder mit der Eisenbahn. Für weite Fahrten stellte Fuhrunternehmer Wilhelm Auffahrt einen mit Holzgas betriebenen LKW zur Verfügung, mit dem sonst die Milch zur Molkerei gebracht wurde. Mit einem Schreiben vom 19.1.48 entzog der Sportverein "Niedermark" dem BSV Leeden die Nutzungsberechtigung für den Sportplatz in Natrup-Hagen. Nach langem Bemühen des BSV um ein geeignetes Ersatzgelände fand Bauer Heinrich Früchte sich im Frühjahr 1948 bereit, eine Wiese hinter seinem Hof als Fußballplatz zur Verfügung zu stellen. Zur gleichen Zeit wurde der Gasthof "Zum Römerkrug" am Habichtswald zum neuen Vereinslokal gewählt. Auf "Früchten Wiese" konnten die allmählich zahlreicher erscheinenden Zuschauer spannende Spiele erleben. Vor dem Bespielen der Weidefläche mußten jedes Mal die Dunghaufen der Kühe und Schweine beseitigt und die "Ausgrabungsstätten" des Borstenviehs eingeebnet werden. Durch die Fürsprache des Vereinswirts Otto Micker konnte ein dem Vereinslokal gegenüberliegendes ca. 6.000 qm großes Grundstück von Bauer Schallenberg für 10 Jahre gepachtet werden. Mit einem zum Erdschieber umfunktionierten Panzer sowie mit Hacke und Schaufel mußten die Sportler das Gelände einebnen und einigermaßen bespielbar gestalten. Wegen der schlechten Witterung konnten erst im Februar 1949 die Drainage verlegt sowie Mutterboden und feinkörnige Kohlenschlacke von der Preußag aufgetragen werden. Die ursprünglich vorgesehene Raseneinsaat wurde wegen der Wiederaufnahme des Spielbetriebes bis auf weiteres zurückgestellt. Am 15. Mai 1949 wurde der neue Sportplatz eingeweiht. Die Herstellungskosten in Höhe von 4.800 DM wurden abgedeckt durch ein Fußball-Toto-Darlehn, Zuschüsse des Regierungspräsidenten in Münster und des Kreises Tecklenburg, eine Haussammlung in Leeden sowie eine eigenproduzierte Kabarettveranstaltung: "Der tönende Globus" im ausverkauften Saal Schwermann. Die Gemeinde Leeden übernahm zunächst teilweise und ab 1951 in voller Höhe die Pacht für die Nutzung des Sportplatzgeländes.
1950/51 wurden mit einer eigenen Laienspielgruppe Theaterabende veranstaltet. Angeregt durch die Rundfunksendung von Jacques Königstein, fand am 24. Januar 1953 ein bunter Nachmittag des BSV statt unter dem Leitspruch "Das ideale Brautpaar". Mit namhaften Künstlern des Osnabrücker Stadttheaters und dem Unterhaltungsorchester der Bergmannskapelle aus Ibbenbüren wurde ein 3 Stunden-Programm geboten, das mancher Großstadtbühne ebenbürtig war. Als Einlage gäbe es das Fragespiel "Das ideale Brautpaar" mit vier jungen Leedener Brautpaaren.
Von 1955 bis 1972 erfreuten sich die Karnevalsveranstaltungen des BSV in Schwermanns oft überfulltem Saal stetig wachsender Beliebtheit. 1955 bis 1960 wurden die Feste zusammen mit dem Elferrat des Männerchores Lengerich gestaltet. Dann folgten von 1961 bis 1966 die Prunksitzungen mit der Karnevalsgesellschaft "Unwiesität" aus Münster. Ab 1%7 werden die Karnevalssitzungen in eigener Regie und mit einem Elferrat veranstaltet, in dem fast alle Leedener Vereine vertreten waren. Für den musikalischen Rahmen sorgte in vielen Jahren die Schaukapelle "Halle Münsterland" unter der Leitung von Lothar Tille.
Im Jahre 1958 bekam der BSV als ersten Trainer Erwin Hereid aus Laggenbeck. Ende 1959 wurde am Sportplatz eine Flutlichtanlage installiert. Wegen der ständigen Beschwerden von Gastmannschaften und dem Kreis-Fußballverband über den Platzzustand bemühte sich der Vorstand um eine neue Sportanlage. Der Vereinswirt Micker stellte ein Grundstück zur Verfügung. Einem Antrag des Vereins an die Gemeinde zum Neubau eines Sportplatzes entsprach der Gemeinderat mit Beschluß vom 23.2.61. Nach Vorliegen der Planungsunterlagen und Kostenermittlung wurde mit Hilfe einer englischen Pioniereinheit die Sportanlage geschaffen und das "Habichtswaldstadion" am 24.7.65 dem Verein übergeben. Nun gab es ein besseres und zusätzliches sportliches Betätigungsfeld für die Jugend. Eine neue Leichtathletikabteilung wurde gegründet. In einem behelfsmäßigen Übungsraum vom Vereinswirt Micker ("Mickers Scheune") und später in der Looser Schule übte eine neugebildete Damen-Gymnastikgruppe unter Leitung der Lehrerinnen Frl. Runzheimer und Frl. Stoldt bis 1969.
Am 17. Januar 1972 wurde die neu errichtete Turnhalle im Rahmen einer Feierstunde ihrer Bestimmung übergeben. Mit der Nutzung dieser Sportstätte wuchsen die Aktionsbereiche des Vereins - mit inzwischen 400 Mitgliedern - in neue Dimensionen. Der BSV wurde in eigenständige Sportabteilungen gegliedert. Mit der umfangreichen Palette der Sportangebote war er ein Breitensportverein geworden. Neben Kinderturnen, Basketball (bis 1997), Gymnastik und Ausgleichssport wurden auch bald Tischtennis (ab 1978) und Volleyball (ab 1979) angeboten. Beim Sport für Seniorinnen werden bis heute unter fachfraulicher Leitung Gelenke gedehnt und Muskeln gestärkt.
Am 21. Dezember 1978 wurde der Sportplatz auf dem ehemals Schallenbergschen Gelände (neben dem Campingplatz) nach der Umgestaltung zu einem Tennenplatz mit Umkleidekabinen, Duschen und neuer Flutlichtanlage wieder in Benutzung genommen. Im Jahre 1978 wurde der Verein in das Vereinsregister beim Amtsgericht in Tecklenburg eingetragen und hieß seitdem "BSV Westfalia Leeden 1947 e.V." Nach der Fertigstellung der Turn- und Sporthalle Ledde erweiterte der BSV sein Aufgabenfeld um einen eigenständigen Sportbetrieb in Ledde. Seit 1980 heißt der Verein "BSV Westfalia von 1947 in Leeden und Ledde e.V."
Im Jahre 1979 entstand die Tennisabteilung. Als wichtigste Daten sind zu erwähnen: 15.8.1979 Gründung der Abteilung mit 98 Mitgliedern 9.5. 1981 Einweihung von zwei neuen Tennisplätzen Juni 1983 Fertigstellung der Tennishütte Mai 1990 Einweihung des dritten Tennisplatzes 1997 112 Mitglieder; 2 Herrenmannschaften im Westf. Tennisverband Anläßlich des 40jährigen Vereinsjubiläums 1987 wurde die Stadion-Tribüne in Benutzung genommen. Der Beitritt der Ledder Werkstätten am 1. Oktober 1988 als eigenständige Abteilung "Behindertensport" war ein weiterer Meilenstein in der Vereinsgeschichte. Mit der Anerkennung als Behinderten-Sportgemeinschaft durch das Landesversorgungsamt NW am 1.8.90 erhielten die Ledder Werkstätten die Berechtigung, Rehabilitationssport im Sinne des Bundesversorgungsgesetzes durchzuführen. Im Jahre 1997 betrieben 250 Mitglieder aktiven Sport, davon über 160 Rehabilitationssport nach ärztlicher Verordnung. Dieser Arbeitszweig gilt als Modellfall und war seinerzeit bundesweit richtungweisend. Im Jubiläumsjahr 1997 hatte der Verein 2.330 Mitglieder sowie 45 Übungsleiter und Trainer. Der BSV fuhrt jährlich Kinderfreizeiten durch und organisiert verschiedene internationale Sportbegegnungen. Die Vereinszeitung "Sportecho" ist ein Bindeglied zwischen den Mitgliedern.
Die folgenden sportlichen "Glanzlichter" sind hervorzuheben:
Fußball:Die Fußballmannschaft der "A-Jugend" und die Schülermannschaft wurden 1954 Vizemeister in ihren Spielklassen.Nach Abschluß der Spielzeit 1958/59 standen der "BSV Westfalia" und Schwarz-Weiß Lienen punktgleich mit 44:16 an der Spitze der I. Kreisklasse Tecklenburg. In einem dramatischen Entscheidungsspiel um den Aufstieg in die Bezirksklasse Münsterland am 30.5.59 gewann Lienen trotz zweimaliger Leedener Führung mit 4:2.In den Jahren 1991/92 und 1993/94 wurde die 1. Seniorenmannschaft Vizemeister in der A-Liga.
Tischtennis:In der Spielzeit 1985/86 errang die 1. Jugendmannschaft die Vizemeisterschaft in der Jugend-Verbandsliga, der damals höchsten Jugendklasse. 1996/97 spielten die 1. Herrenmannschaft in der Bezirksklasse und die 2. Herrenmannschaft in der l. Kreisliga.
Volleyball: Nach wechselhaften Erfolgen 1980 bis 1987 in den Kreis- bzw. Bezirksklassen schaffte das l .Damen-Team 1990 den Aufstieg in die Landesliga. Nach einer grundlegenden Mannschaftsänderung 1991 und dem Neuanfang in der Bezirksliga gelang 1996 ein zweiter Aufstieg in die Landesliga. Die 1. Herrenmannschaft erkämpfte 1990 den Sprung in die Niedersachsenliga. Nach Änderungen in der Mannschaft und verstärktem Training führte der glorreiche Weg in die Regionalliga Niedersachsens, die dritthöchste deutsche Leistungsklasse.
1. Vorsitzende des BSV
1947-1949 Heinz Damberg 1949-1954 Wilhelm Schulte 1954-1960 Heinz Blome 1960-1968 Werner Schulte 1968-1970 Heinz Kluß 1970-1971 Willi Brackmann 1971-1984 Heinz Kluß 1984- Udo Sackermann
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